Work-Life-Balance: Weniger Stress, mehr Entspannung


Der Weg zu mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit ist gerade am Anfang hart. Wellness-Experte Benjamin Weiß nennt erste Schritte, wie Sie Stress reduzieren und den positiven Dingen im Leben mehr Luft zum Atmen geben. Teil eins von Weiß‘ monatlicher Serie „Durchatmen im Alltag“.

Von Benjamin Weiß, Inhaber des Trihotels am Schweizer Wald in Rostock und Familienvater

 

59 Prozent der Deutschen nehmen sich vor, weniger Stress im neuen Jahr zu haben. Dies ergab Ende 2010 eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse. Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie das Gefühl, dass Sie im vergangenen Jahr genug für sich getan haben? Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch! Die meisten überfrachten jedoch den Tag mit viel zu vielen Erwartungen, Hoffnungen und Sorgen. Wunsch-Leben und erlebte Realität liegen dann oft weit auseinander.

 

Die Frage ist, wo laufen wir zusammen hin?

Möchten Sie am liebsten weglaufen, wenn der nächste Tschakka-schreiende Motivationstrainer Sie belehren will – ich laufe mit Ihnen. Laufen wir aber, um den nächsten Termin doch noch zu schaffen oder um die Kinder nicht zum hundertsten Mal zu spät im Kindergarten abzugeben? Nein, lieber nicht. Ich möchte Sie mit auf eine Reise nehmen, in der es weniger um das Ziel geht und mehr um den Weg. Entspannung oder Stress sind keine Dauerzustände, die wir einmal erreichen und dann ständig darin verharren. Mal sind wir entspannt und mal gestresst. Es ist ein ständiger Prozess. Wenn man sich beim Laufen also wohler fühlen möchte, dann ist es notwendig, die Gangart zu verändern. Das Ziel ist nur sinnvoll, wenn wir auch ankommen. Wenn wir nicht wissen, wohin wir eigentlich wollen, dann ist jeder Weg die falsche Richtung. Zurück also zur Gangart. Wohin soll der Weg im neuen Jahr gehen?

 

„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Ein Rezept vorzugeben, ist Unsinn. Wer mag schon Menschen, die mit ihren guten Ratschlägen kommen, ohne die betroffene Person zu kennen. Bei dem einen löst es schon Stress aus, wenn seine Bleistifte unangespitzt sind und andere lieben ihre durcheinandergewürfelten Aktenberge. Was dem einen sofort hilft, stößt bei dem anderen auf Ablehnung. Ein Glück, dass es so ist. Das macht uns menschlich. Ich habe mindestens 30 Bücher darüber gelesen habe, wie man sein Leben verbessern kann, und dennoch habe ich jeden Tag das sichere Gefühl, dass es keinen Trick gibt, den ich einfach anwenden kann. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, resümierte schon der Philosoph Sokrates im alten Griechenland.

 

Der Weg in die Entspannung bedeutet zunächst Arbeit

Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu erreichen und persönlich ausgeglichen zu sein, ist ein verdammt ehrgeiziges Ziel. Im Begriff „Work-Life-Balance“ steht schon selbst geschrieben, dass es ein Balanceakt ist. Das Leben ist ein Drahtseilakt, und wir sind die Seiltänzer. Ich kenne keinen Menschen, dem das Balancieren über ein Seil sofort gelungen ist und dem es anschließend für immer ganz leicht fiel. Jahrelanges  Training ist erforderlich. Daher staunen wir alle im Zirkus, wenn ein Artist auf einem meterhohen Seil balanciert. Es ist eine Ausnahme, eine Attraktion, weil es eben nicht jeder kann. Daher sind die aktiven Work-Life-Balance-Betreibenden in der Unterzahl. Wir wollen das alle können, aber wer von uns übt schon jeden Tag dafür?

 

Lieber aufschreiben, was glücklich macht 

Ich will Sie nicht erziehen. Ja, gehen Sie zum Kühlschrank, auch wenn es schon halb elf abens ist. Bitte, zünden Sie sich Ihre Zigarette an, wenn es Ihnen wirklich gut tut. Wenn Sie auf dem Weg in die Küche sind, dann suchen Sie sich auf dem Rückweg bitte ein Blatt Papier oder Ihren geliebten Laptop. Und nun tun Sie folgendes: Schreiben Sie bitte fünf Dinge auf, für die Sie heute dankbar sind. Tun Sie das einfach eine ganze Woche lang. Ob regelmäßig oder unregelmäßig bleibt Ihnen überlassen. Tun Sie es einfach. Beobachten Sie sich dabei und schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen.

 

Weitere Informationen:

TRIHOTEL am Schweizer Wald in Rostock

  • 10. February 2016
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